Politik

Krankenkassen warnen vor steigenden Zusatzbeiträgen – Streit um Sparpaket belastet Versicherte

today27. November 2025

Hintergrund
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Der ungelöste Konflikt um das von der Bundesregierung geplante Sparpaket für die gesetzlichen Krankenkassen sorgt weiterhin für Unruhe. Nach Einschätzung des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) müssen sich Millionen Versicherte im kommenden Jahr auf deutlich höhere Zusatzbeiträge einstellen. GKV-Chef Oliver Blatt äußerte sich in der Wirtschaftswoche pessimistisch und rechnet bereits jetzt mit merklichen Mehrbelastungen.

Zusatzbeiträge könnten über drei Prozent steigen

Blatt geht davon aus, dass der durchschnittliche Zusatzbeitrag 2026 „spürbar über drei Prozent“ liegen werde. Damit würde er klar über dem Wert liegen, den Bundesgesundheitsministerin Nina Warken zuletzt angekündigt hatte. Die CDU-Politikerin möchte den durchschnittlichen Zusatzbeitrag auf 2,9 Prozent festsetzen – doch laut GKV sind die Berechnungen des sogenannten Schätzerkreises unvollständig und berücksichtigen wichtige Kostenentwicklungen nicht.

Bundesrat stoppt Sparpaket

Besonders kritisch sieht die GKV den jüngsten Beschluss des Bundesrats. Die Länderkammer hatte das an das Pflegekompetenzgesetz geknüpfte Sparpaket in den Vermittlungsausschuss verwiesen. Damit steht ein zentrales Element der geplanten Kostensenkungen erneut auf der Kippe. Das Paket hätte die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen im Jahr 2026 um rund 1,8 Milliarden Euro reduzieren sollen.

Warnung vor Belastungen für Wirtschaft und Beitragszahler

Blatt bezeichnete die Situation als „fatal für die Beitragszahlenden und für die deutsche Wirtschaft“. Ohne das Sparpaket drohen steigende Ausgaben und damit höhere Beiträge. Die einzelnen Krankenkassen legen ihren Zusatzbeitrag je nach Finanzlage individuell fest; er wird zusätzlich zum allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent erhoben. Ob und wann eine Einigung im Streit um die Finanzreform gefunden wird, bleibt offen.

Geschrieben von: Matthias Masnata

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