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today28. November 2025
Rund 100 Vertreter aus Wirtschaft, Schulen, Institutionen und Verwaltung trafen sich am 10. November in Detmold zum „Forum Fachkräftesicherung“ der IHK Lippe. Im Zentrum der Diskussion stand eine drängende Frage: Wie kann Ausbildung unter den heutigen Bedingungen erfolgreich gestaltet werden trotz rückläufiger Bewerberzahlen, wachsender Orientierungslosigkeit junger Menschen und steigender Erwartungen an Betriebe?
Martin Raithel, Abteilungsleiter Aus- und Weiterbildung bei der IHK Lippe, und Dirk Menzel, Vorstand der Lippe Bildung eG, begrüßten die Gäste und führten durch das Programm. Beide unterstrichen, dass Ausbildung längst zu einem zentralen Pfeiler der regionalen Fachkräftesicherung geworden ist gleichzeitig sei ein Umdenken notwendig.
Claudia Böhm-Kasper vom Kreis Lippe eröffnete den Tag mit einem Blick auf die gesellschaftlichen und schulischen Rahmenbedingungen, die die Ausbildung junger Menschen prägen. „Junge Menschen lernen, leben und arbeiten heute anders. Das erfordert ein gemeinsames Verständnis von Schule, Wirtschaft und Elternhaus und neue Formen der Begleitung“, so Böhm-Kasper.
Einen Höhepunkt des Forums bildete die Keynote von Michael Hanschmidt vom Büro für Zukunft in Köln. Unter dem Titel „Es ist, wie es ist wie gehen wir damit um?“ brachte er die zentrale Botschaft auf den Punkt: Junge Menschen lassen sich nicht verändern, indem man sie kritisiert, sondern indem man sie versteht. „Wer Sinn vermittelt und aufmerksam zuhört, gewinnt nicht nur Fachkräfte – sondern Mitstreiter“, betonte Hanschmidt.
In sechs praxisorientierten Workshops diskutierten die Teilnehmenden über Themen wie Selbstorganisation von Auszubildenden, Schulabsentismus, Resilienzförderung und motivationsorientierte Ausbildungsstrategien. Besonders der offene Austausch zwischen Schule und Betrieb fand große Anerkennung die Kombination aus wissenschaftlichen Impulsen, Praxisbeispielen und direkt umsetzbaren Ideen wurde mehrfach gelobt.
Am Ende des Tages zogen die Teilnehmer ein positives Fazit: Das Forum sei anregend, praxisnah und genau die Plattform, die es brauche. Dirk Menzel hob die Bedeutung funktionierender Bildungsnetzwerke hervor: „Wir müssen Brücken bauen zwischen Schule und Betrieb, zwischen Orientierungslosigkeit und beruflicher Perspektive.“
Martin Raithel unterstrich die Herausforderungen für die Ausbildungsbetriebe: „Die Realität vieler Betriebe ist inzwischen ein echter Stresstest für das Ausbildungssystem. Aber genau darin liegt die Chance: Wer Jugendlichen Orientierung, Wertschätzung und Entwicklung bietet, gewinnt nicht nur Fachkräfte, sondern überzeugt eine ganze Generation.“
Das Forum Fachkräftesicherung macht deutlich, dass es nicht nur um Problembeschreibungen geht, sondern um konkrete Lösungen und gemeinsames Lernen. Ein Tag voller Impulse, der den regionalen Ausbildungsstandort Lippe stärkt und neue Perspektiven für junge Menschen und Betriebe eröffnet.
Geschrieben von: Florian Jäger
Ausbildung Bildungsnetzwerk Fachkräftesicherung Generation Z
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