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today26. November 2025
Eine landesweite Kontrollaktion in der Kurier-, Express- und Paketbranche (KEP) hat alarmierende Ergebnisse zutage gefördert. Von Mai bis August 2025 untersuchte die staatliche Arbeitsschutzverwaltung 57 Subunternehmen und befragte 225 Paketzustellerinnen und -zusteller. Das Ergebnis: In der Mehrheit der Betriebe wurden gravierende oder mittlere Mängel im Arbeitsschutz festgestellt.
Laut Arbeitsminister Karl-Josef Laumann zeigt die Kontrolle ein strukturelles Problem in der Branche. Bei 59 Prozent der analysierten Subunternehmen fehlten grundlegende Maßnahmen wie vollständige Gefährdungsbeurteilungen oder Arbeitsschutzunterweisungen. Nur sechs Prozent der Betriebe erfüllten alle relevanten Vorschriften.
Besonders kritisch: Arbeitszeiten werden oft nicht korrekt erfasst. Tätigkeiten wie Be- und Entladen, Tanken oder Fahrzeugpflege zählen häufig nicht zur offiziellen Arbeitszeit. Digitale Systeme, die eigentlich eine manipulationssichere Zeiterfassung ermöglichen könnten, werden stattdessen primär für die Paketverfolgung genutzt.
Auch die Sicherheitsausstattung lässt zu wünschen übrig. In manchen Betrieben fehlten Handschuhe, Sicherheitsschuhe oder Witterungsschutz in anderen Fällen wurde vorhandene Persönliche Schutzausrüstung (PSA) nicht genutzt. Hilfsmittel für den Transport schwerer Pakete, wie Sackkarren, standen teilweise nicht zur Verfügung.
Laumann betonte: „Gerade in der Vorweihnachtszeit wird die Belastung der Paketzustellerinnen und -zusteller besonders sichtbar. Wir müssen dafür sorgen, dass die gesetzlichen Arbeitsschutzvorgaben eingehalten werden dazu gehört auch eine digitale, manipulationssichere Arbeitszeiterfassung.“
Die Ergebnisse der Kontrollaktion unterstreichen zudem die Diskussion über ein mögliches Werkvertragsverbot in der Branche. Mit einem solchen Verbot könnten Subunternehmertum aufgelöst, Kontrollen erleichtert und die Rechte der Arbeitnehmer gestärkt werden ähnlich wie in der Fleischindustrie.
Die Arbeitsschutzverwaltung hat die Unternehmen bereits verpflichtet, die Mängel zu beseitigen, und wird deren Umsetzung konsequent überwachen. Die Kontrollen verdeutlichen eindrücklich, dass in der KEP-Branche dringend bessere Arbeitsbedingungen und strengere Kontrollen nötig sind.
Geschrieben von: Florian Jäger
today26. November 2025
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