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Union fordert Abschaffung von Minijobs: Kritik an sozialer Ungerechtigkeit

today11. November 2025

Hintergrund
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Die Union fordert die weitgehende Abschaffung von Minijobs, da diese nach Ansicht der Arbeitnehmergruppe in der Unionsfraktion zunehmend das Fundament des Sozialstaats aushöhlen. Der Vorsitzende der Gruppe, Stefan Nacke, kritisierte die aktuelle Struktur als „Systemfehler“, der vor allem langfristig zu sozialer Ungerechtigkeit führe.

Stefan Nacke: Minijobs als „Systemfehler“

Stefan Nacke, Vorsitzender der Arbeitnehmergruppe in der Unionsfraktion, erklärte gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“, dass Minijobs ursprünglich als Übergangslösung für bestimmte Bevölkerungsgruppen wie Schüler oder Rentner gedacht waren. Heute hätten sich diese jedoch zu einer Dauerbeschäftigungsform entwickelt, die reguläre Arbeitsverhältnisse verdränge. „Zu viele Menschen stecken in der Minijob-Falle. Wer sein Leben lang in einem Minijob arbeitet, landet mit leeren Händen im Alter“, so Nacke. Er bezeichnete Minijobs als „Konstruktionsfehler“, der die soziale Absicherung der Arbeitnehmer gefährde.

Minijobs als Dauerlösung: Eine Parallelwelt der Arbeit

Was einst als unbürokratische Möglichkeit zur Nebenverdienstdurch kleinere Tätigkeiten gedacht war, hat sich laut Nacke inzwischen zu einem Parallelmarkt entwickelt, der jenseits der sozialen Absicherung existiert. Heute arbeiten in Deutschland zwischen sechs und acht Millionen Menschen in einem Minijob, vor allem in Branchen wie Gastronomie, Handel oder Reinigung. Nacke sieht dies als bedenklich, da das Prinzip „brutto gleich netto“ verlockend, aber im Kern unsozial sei. Es verlagere die Kosten der sozialen Absicherung auf die Allgemeinheit, statt den Arbeitnehmer direkt abzusichern.

Forderung nach Umwandlung in reguläre Beschäftigung

Die Union fordert, dass Minijobs wieder zu einer echten Übergangsform für kurze, temporäre Tätigkeiten zurückgeführt werden. Nacke plädiert dafür, Minijobs schrittweise in reguläre Beschäftigungen mit fairen Sozialabgaben und echten Aufstiegschancen zu überführen. Dies könne nur durch klare gesetzliche Änderungen erreicht werden, die sicherstellen, dass jeder, der arbeitet, auch sozial abgesichert ist. Ein Ende der Minijobs als Dauerform müsse das Ziel sein, so Nacke.

Die Diskussion über Minijobs ist also nicht nur eine Frage der Arbeitsmarktpolitik, sondern auch eine der sozialen Gerechtigkeit und der langfristigen Absicherung der Arbeitnehmer im Renten- und Gesundheitsbereich.

Geschrieben von: Florian Jäger

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