Regional

Pilzinfektion gefährdet Feuersalamander in Bielefeld

today7. November 2025

Hintergrund
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Ein gefährlicher Pilz bedroht die Feuersalamanderpopulation in Bielefeld. Seitdem im Jahr 2024 erstmals die sogenannte Salamanderpest in der Region nachgewiesen wurde, breitet sich die Krankheit zunehmend aus. Verursacht wird sie durch den Chytridpilz Batrachochytrium salamandrivorans (kurz Bsal), der für die Tiere meist tödlich endet.

Um die heimischen Feuersalamander zu schützen und eine weitere Verbreitung des Erregers einzudämmen, haben der Umweltbetrieb und das Umweltamt der Stadt Bielefeld in Zusammenarbeit mit der Universität Bielefeld und der Biologischen Station Gütersloh-Bielefeld verschiedene Schutzmaßnahmen beschlossen.

In den kommenden Tagen werden rund um den Botanischen Garten Hinweisschilder aufgestellt, die Besucherinnen und Besucher über die Salamanderpest informieren und zu umsichtigem Verhalten aufrufen. Zusätzlich richtet die Stadt Desinfektionsstationen an den Eingängen ein, an denen Schuhsohlen gereinigt werden können. Damit soll verhindert werden, dass Pilzsporen unbemerkt durch Erdreste weitergetragen werden.

Der Bsal-Pilz befällt insbesondere Feuersalamander. Er zerstört die empfindliche Haut der Tiere und führt zu schweren Hautläsionen, die meist innerhalb weniger Tage tödlich verlaufen. Für den Menschen ist der Pilz jedoch ungefährlich.

Feuersalamander leben in Bielefeld vor allem in den feuchten Laubmischwäldern des Teutoburger Waldes. Besonders im Botanischen Garten ist die Art häufig anzutreffen – das Gebiet gilt als ein Hotspot für die schwarz-gelben Amphibien.

Das Umweltamt appelliert daher an alle Besucherinnen und Besucher, die Schutzmaßnahmen ernst zu nehmen und mitzuhelfen, die weitere Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. Dazu gehört, die Wege nicht zu verlassen, Schuhsohlen und Fahrradreifen nach dem Aufenthalt gründlich von Erde zu befreien und mit Alkohol (mindestens 70 Prozent) zu desinfizieren. Hunde sollten stets an der Leine geführt und von Bächen und Teichen ferngehalten werden. Auch ihre Pfoten sind nach dem Spaziergang zu säubern.

Zudem bittet die Stadt darum, Feuersalamander weder lebend noch tot anzufassen. Tote Tiere sollten liegen gelassen und nicht entfernt werden, um keine Sporen weiterzutragen.

Mit vereinten Kräften soll so versucht werden, die letzten Feuersalamanderbestände in Bielefeld langfristig zu erhalten.

Geschrieben von: Isabelle Isabelle

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