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In der Region Lippe ist die wirtschaftliche Lage weiterhin angespannt, doch laut der aktuellen Herbst-Konjunkturumfrage der Industrie‑ und Handelskammer Lippe zu Detmold (IHK Lippe) bahnt sich zumindest ein Lichtblick an. Zwischen dem 8. und 21. September nahmen 156 Mitgliedsunternehmen teil und berichten über zahlreiche Belastungen, dennoch mit wachsendem Optimismus für die kommenden zwölf Monate.
Die Unternehmen geben ihre aktuelle Geschäftslage vor allem mit „befriedigend“ (50 % – ein Rückgang um 5 Prozent gegenüber Frühjahr 2025) oder sogar „schlecht“ (26 % – ein Anstieg um 3 Prozent) an. Nur knapp ein Viertel bewertet die Situation mit „gut“ (≈25 %, +2 %). Besonders betroffen: das verarbeitende Gewerbe, das über steigende Personalkosten, hohe Energiepreise und fehlende Inlandaufträge klagt. 44 % der Industrieunternehmen bezeichnen ihre Lage sogar als „schlecht“ (+7 % gegenüber Frühjahr). Im Handel und Gastgewerbe zeigt sich ebenfalls Rückgang: Im Gastgewerbe liegt der reale Umsatz aktuell etwa 15 % unter dem Niveau von 2019. Als Haupthemmnisse nennen die Betriebe vor allem investitionshemmende Rahmenbedingungen (69 %, +7 %), hohe Arbeitskosten (64 %, +4 %) und schwache Binnennachfrage (64 %, +5 %). Auch die Energiekosten (59 %, +9 %) bleiben ein zentrales Thema. Als Folge planen Unternehmen weniger mit Maßnahmen, wie Digitalisierung oder Automatisierung (44 %, -9 %).
Trotz der derzeit schwierigen Lage blickt die Mehrheit der Unternehmen vorsichtig optimistisch in die Zukunft: 16 % erwarten, dass sich das Geschäft im kommenden Jahr verbessern wird während ebenfalls 16 % eine Verschlechterung befürchten . Der Großteil der Befragten Unternehmen geht von einer gleichbleibenden Entwicklung aus. Der Geschäftsklimaindex der IHK Lippe zieht auf 98 Punkte an (Frühjahr: 94 Punkte), dennoch liegt er weiterhin unter dem langfristigen Durchschnitt von 109 Punkten.
Für die Stadt Lemgo bedeutet es noch keine Trendwende, doch die Daten signalisieren Ansätze für eine Stabilisierung. In Lemgo lag die Arbeitslosenquote 2024 bei 4,5 % und damit unter der Quote des Kreises Lippe von 5,5 %. Zugleich arbeiten in Lemgo rund 18.800 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, bei ca. 43.000 Einwohnern ergibt das einen Beschäftigungsgrad von über 45 %. Diese Zahlen zeigen: Lemgo verfügt über eine relativ solide Basis, dennoch gibt es strukturellen Belastungen für Unternehmen und Stadt. Die Geschäfte und Firmen vor Ort spüren die überregionalen Tendenzen, etwa hohe Kosten und langsame Nachfrage.
IHK-Präsident Volker Steinbach warnt: „Wer sich in diesen Tagen mit den Chefs von Unternehmen unterhält, der merkt schnell, dass diese sich Sorgen machen. … Wir müssen endlich wieder wettbewerbsfähig werden.“ Auch Hauptgeschäftsführerin Svenja Jochens betont, dass strukturelle Reformen nötig seien, bei Steuern, Regulierung, Energie- und Sozialkosten, damit Unternehmen Planungssicherheit erhalten und investieren.
Die wirtschaftliche Lage verbessert sich noch nicht spürbar, aber die Stimmung hellt sich etwas auf. Für Lemgo und seine nahe Unternehmenslandschaft heißt das: Die vorhandene Beschäftigungsbasis und die günstige Arbeitslosenstatistik sind gute Ausgangspunkte, zugleich aber mahnen die Ergebnisse: Ohne Reformen und bessere Bedingungen bleibt es herausfordernd, Investitionen anzukurbeln und Wachstum zu realisieren.
Geschrieben von: Isabelle Isabelle
today26. November 2025
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